2020 erschienen:

Karl Christian Philipp Snell (1806 – 1886)

Naturwissenschaftler, Mathematiker und Philosoph

 

Karl Christian Philipp Snell wurde am 19. Januar 1806  im nassauischen Dachsenhausen südöstlich von Koblenz geboren. Seine Vorfahren väterlicherseits waren Prediger, Pädagogen, Juristen, Philosophen und Naturforscher. Sein Vater Johann Peter Ludwig Snell (1764-1817) war ebenso wie sein Großvater Johann Peter Snell (1720-1797) Prediger in Dachsenhausen. Seine Mutter, Philippine Wilhelmine Snell, geborene Mencken verwitwete Schäfer, aus Idstein (1774-1837) war eine Tante von Otto von Bismarck (1815-1898). Sein Vater starb bereits am 25. Februar 1817, vom gleichen Jahr an besuchte der elfjährige Karl das neuerrichtete Gymnasium im preußischen Wetzlar, wo sein Vetter Johann Philipp Ludwig Snell (1785-1854) 1817 Schuldirektor gewirden war. Er war radikaler Liberaler und vertrat diese Haltung auch gegenüber der Obrigkeit ohne Schonung seiner eigenen Person. Dieses Denken beeinflusste Karl Snell in seinen jungen Jahren sehr. Ludwig Snell floh 1820 aus Angst vor einer Verhaftung nach dem missglückten Attentat durch seinen Freund Karl Löning auf den nassauischen Regierungspräsidenten  Karl von <Ibell Juli 1819 und der Ermordung Kotzesbues durch den Jenaere Theologiestudenten Karl Ludwig Sand im März 1919 vor der preußischen Polizei über England in die Schweiz und wirkte später in Zürich und Bern als Professor der Philosophie.

 

Studienzeit (1824-1829)

Karl Snell legte das Abitur 1823 in Wetzlar ab und studieerte ab 1824 in Halle Philologie. Schon im Mai 1825 wechselte er nach Gießen, weil er sich wegen der Teilnahme an Versammlungen liberaler Studentenklubs für Preußen verdächtig gemacht hatte. Außerdem hatte in Gießen ein großer Teil der Familie Snell studiert oder ge-lehrt. So lehrte sein Onkel Friedrich Wilhelm Snell (1761-1827) ab 1789 Philosophie und später noch Geschichte an dieser Universität. Karl 'Snell schrieb sich für die Fächer Philologie und Theologie ein. Er nahm auch an den ihn sehr interessierenden Vorlesungen über Chemie und den dazugehörigen Praktika bei Justus von Liebig (1803-1873) teil, der dort seit 1825 als Professor für Chemie und Pharmazie tätig war. Nach nur einem Semester in Gießen immatrikulierte sich Snell an der Universität Göttingen für Philosophie, zu der damals auch die Naturwissenschaften gehörten, da offensichtlich mit zunehmenden Alter bei ihm das Interesse dafür geweckt worden war.An der Georg-August-Universität Göttingen lehrte in dieser Zeit auch der bedeutende Physiker, Geodät und Methematiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855), Snell hörte Vorlesungen auch bei Gauß.

 

Johann Karl Eduard Schwarz (1802 - 1870)

Theologieprofessor, Oberpfarrer, Superrintendent, erster Ehrenbürger der Stadt Jena

Dem Leben und Wirken von Eduard Schwarz, dem ersten Bürger der Stadt Jena, welchem das Ehrenbürgerrecht zuerkannt wurde, soll im folgenden nachgegangen werden.

In Jena sind einige authentische Erinnerungsorte an Eduard Schwarz erhalten geblieben: Auf dem Johannisfriedhof findet man sein Familiengrab ca 10 Meter wqestlich vom Gärtnerhaus. Dort wurden das Ehepaar Schwarz sowie zwei seiner Kinder bestattet. Erhalten sind auch die beiden Häuser, in denen Schwarz in Jena gewohnt hat: Im Haus Fürstengraben 13, heute befindet sich hier das Historische Institut der Universität, wohnte er von seiner Ankunft in Jena 1830 bis zum Jahr 1856. Danach bewohnte er mit seiner Familie das Haus Jenergasse 9, das er von den Erben seines Professorenkollegen Heinrich August Schott erworben hatte. Seit November 2018 befinden sich hier das Archäologische Institut sowie das Archäologische Museum der Universität.

 

Herkunft, Ausbildung und Berufsausübung

Johann Karl Eduard Schwarz wurde am 20. Juni 1802 in Halle a. d. Saale als Sohn des Strumpffabrikanten Georg Martin Schwarz geboren. Der Vater erwartete von seinem einzigen Sohn, dass dieser dereinst die Fabrik übernehmen und weiterführen würde. Der Sohn zog es jedoch vor, an den Franckeschen Stiftungen seiner Heimatstadt die Real- und danach die Lateinschule zu besuchen. Nach bestandenem Abitur schrieb sich der 19-jährige 1821 an der Universität in Halle für das Studium der Theologie und Philologie ein. Halle hatte  damals die größte Theologische Fakultät im Königreich Preußen und mit Wilhelm Gesenius (1786-1842) und Julius August Ludwig Wegscheider (1771-1849) zwei weithin bekannte Theologieprofessoren. Beide bestärkten den jungen

Schwarz in seiner Meinung, dass er für die Wissenschaft geeigneter sei als für das väterliche Gewerbe. Nach vier Studienjahren in den Fächern Theologie und Philologie legte Schwarz zu Ostern 1825 das Kandidatenexamen ab. Schon gegen Ende des Sommersemesters 1825 wurde er zum Dokter der Philosophie promoviert. Das Thema seiner Doktorarbeit ist leider nicht mehr zu ermitteln.

Seine erste Anstellung erhielt er 1825 als Lehrer am Pädagogium im ehemaligen Kloster "Unser leiben Frauen" in Magdeburg. Das Pädagogium war eine Internatsschule mit hohem Bildungsanspruch, in dem Jungen unterrichtet wurden. Als Domgymnasium gibt es diese Schule auch heute noch.