Heinrich Luden (1778–1847)

Historiker

 

Der Geschichtsprofessor Heinrich Luden gehört zu den beeindruckenden Persönlichkeiten der Alma Mater Jenensis.

 

Sein Grab an der Süd-Ostseite der Jenaer Johanniskirche, in die Wand eingelassen der Grabstein mit der Aufschrift „Erbbegräbnis der Familie Luden“.

Heinrich Luden wurde am 10. April 1778 in Loxstedt im ehemaligen Herzogtum Bremen, als jüngstes Kind von fünf Kindern der Familie geboren.

Die Eltern von Heinrich Luden waren der Baumann Claus Luden und seine Ehefrau Catrine, geborene Luden. Die Eltern waren Cousin und Cousine. Die Berufsbezeichnung „Baumann“ weist ihn als wohlhabenden Bauern aus.

Der Vater starb am 3. Mai 1780 an einer Brustfellentzündung, da ist Heinrich erst zwei Jahre alt. Nach einem Jahr heiratet die Mutter den Taufpaten Heinrichs, den Baumann Hinrich Schmidt.

 

Seinen Lebenslauf verfasst Heinrich Luden 1803 in Latein. Er gibt Auskunft über seinen Bildungsweg. Nach der Grundschule wechselt er 1796 auf das Dom-Gymnasium in Bremen. Schon nach drei Jahren erlangte er die Hochschulreife und bezog 1799 die Universität in Göttingen, um Theologie zu studieren. Weitere Studienfächer sind die Sprachen und Kultur des klassischen Altertums, Philosophie und Philologie sowie verschiedene Geschichts- und sogar mathematische Vorlesungen. Schon zu Ostern 1802 schloss er sein Theologiestudium mit der bestandenen Kandidatenprüfung ab.

Wie damals üblich, nahm er eine Hauslehrerstelle in der Familie einer adligen Dame im Herzogtum Bremen an. Dort lernte er auch seine spätere Frau Johanna Sophie Catharina Köhler aus Celle kennen, die als Hauslehrerin für die Töchter des Hauses angestellt war. Da ihn die Hauslehrerstelle wenig befriedigte, beschloss er, nach Berlin zu wechseln. Noch vor dem Wohnortwechsel heiratete er am 4.Oktober 1803 in Achim bei Celle Johanna Köhler.

Der Ehe entstammten 10 Kinder.

Die Stelle in Berlin war ebenfalls eine Hauslehrerstelle bei dem bekannten Medizin-Professor Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836). Trotz starker Beanspruchung versuchte Luden auch wissenschaftlich zu arbeiten und es entstand die Biografie „Christian Thomasius, nach seinen Schicksalen und Schriften“. Dafür erhielt er von der Jenaer Universität die Doktorwürde verliehen. 1806 ging er nach Göttingen, um dort eine Biografie über Hugo Grotius (1583–1645) zum Abschluss zu bringen. In Göttingen erreichte ihn das Jenaer Doktordiplom und ein Brief von Professor Heinrich Karl Abraham Eichstädt (1772–1848) mit der Mitteilung, dass für ihn in Jena die Aussicht auf eine außerordentliche Professur bestehe.

 

Am 5. August1806 wurde er an der Universität Jena vereidigt und eine Wohnung angemietet. Im Oktober 1806, nach der Schlacht von Jena-Auerstedt kam er mit Frau und Tochter Dorothea nach Jena zurück, die Wohnung war geplündert.

Durch den Krieg fehlten Studenten und Professoren in Jena und somit gab es wenig Honorar. Das Jahreseinkommen war ebenfalls niedrig. Das änderte sich 18108, als er auf die Ordinarius-Stelle für Geschichte berufen wurde und gleichzeitig zum Hofrath ernannt wurde. Er gründete die politische Monatszeitschrift „Nemesis“ und war eng mit dem Verleger und Buchdrucker Friedrich Alexander Bran, einem Feind der Franzosen befreundet.

Er starb nach mehreren Schlaganfällen am 23.Mai 1847.

 

 © Traugott Keßler, gekürzt: Ch.Apfel