Rudolf Volkmann (1889 – 1947)

 

Universitätsmusikdirektor

 

Rudolf Volkmann wurde am 4. Juli 1889 in Schlackenreuth geboren.

 Er studierte an der Königlichen Akademie der Tonkunst in München Komposition bei Friedrich Klose, Klavier bei Prof. Schmidt-Lindner, Orgel bei Hoforganist Ludwig Felix Maier und Dirigieren bei Hofoperndirektor Felix Mottl. 1911 wurde er Direktor der Singakademie in Glogau (Głogów). In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg konzertierte er als Pianist in verschiedenen Kammermusikbesetzungen – u.a. mit Max Reger – und als Lied- und Arienbegleiter in vielen deutschen Städten.

Im 1. Weltkrieg wurde er in der Schlacht an der Somme 1917 verwundet und kam nach Berlin, wo er u.a. die Bekanntschaft von Richard Strauß und Arthur Nikisch machte.

 

Zum 1.1.1919 wurde er als Universitätsmusikdirektor nach Jena berufen.

Er übernahm damit die Leitung der Akademischen Konzerte und des Philharmonischen Chores und das Amt des Organisten an der Stadtkirche. Fast gleichzeitig gründete er den a-capella-Chor und fusionierte den Bürgerlichen Gesangverein und den Zeiß’schen Gesangverein zum Jenaer Männergesangverein.
Außerdem begründete er die Abendmusiken in der Stadtkirche.

Nachdem er zunächst im Haus von Max und Elsa Reger Aufnahme fand, wohnte er später bis zu seinem Tod in der Sedanstr. 16 (heutige Ebertstr.)

Obwohl er seine Jenaer Tätigkeit unter sehr ungünstigen Nachkriegsverhältnissen begann, führte er das städtische Musikleben durch seine musikalische und organisatorische Tatkraft zu neuer Blüte. Die Konzeption und Durchführung der traditionsreichen Jenaer Akademischen Konzerte trugen seine Handschrift. Die Pflege des Andenkens von Max Reger war ihm auch aufgrund der persönlichen Bekanntschaft mit dem Komponisten ein dauerhaftes Anliegen. Jenaer Musikfeste unter Beteiligung hiesiger Ensembles und erstrangiger, international bekannter Musiker und Sänger, Bachfeste und Deutsche Tonkünstlerfeste wurden von ihm maßgeblich gestaltet.

Das 7. Deutsche Brahmsfest 1929 war sicher ein Höhepunkt in der Jenaer Musikgeschichte. Die Berliner Philharmoniker waren mit ihrem Dirigenten Wilhelm Furtwängler zu Gast in Jena. Es fand u.a. eine denkwürdige Aufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms mit den vereinigten Jenaer Chören – mehr als 500 Sängerinnen und Sänger – und den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler statt. Rudolf Volkmann war für die Zusammensetzung und die Einstudierung des Chores verantwortlich und sicherte damit einen nachhaltigen Erfolg der Aufführung.

Anlässlich seines 50. Geburtstages konnte man lesen, dass Rudolf Volkmann „seinen Sängern nicht nur der berufene Chorleiter ist, der die singende Gemeinschaft für das Hehre der Kunst zu begeistern vermag, sondern daß seine lebendige, immer vorwärts und aufwärts strebende Art und seine vielseitige unermüdliche Tätigkeit Jena zu einer der führenden Musikstädte Thüringens erhoben haben.“ (Jenaer Stadtnachrichten, 5.7.1939)

Als Dirigent und Lied- und Kammermusikpartner musizierte er mit Künstlern wie Erna Berger, Adolf Busch, Karl Erb, Eduard Erdmann, Emanuel Feuermann, Edwin Fischer, Carl Flesch, Dusolina Giannini, Ria Ginster, Paul Grümmer, Gustav Havemann, Alfred Hoehn, Ludwig Hoelscher, Maria Ivogün, Wilhelm Kempff, Karl Klingler, Georg Kulenkampff, Tiana Lemnitz, Walter Ludwig, Enrico Mainardi, Maria Müller, Alma Moodie, Sigrid Onegin, Max Pauer, Mia Peltenburg, Josef Pembaur, Gertrude Pitzinger, Elisabeth Schumann, Rudolf Serkin, Max Strub, Franz Völker und Friedrich Wührer.

Rudolf Volkmann hat mit unermüdlicher Tatkraft das Jenaer Musikleben auch über die Kriegsjahre am Leben erhalten, und schon 1945 leitete er wieder große chorsinfonische Aufführungen.

 

Der Präsident des Landes Thüringen entzog ihm im November 1945 die Oberaufsicht der Akademischen Konzerte und übertrug sie dem Generalmusikdirektor der Weimarer Staatskapelle Hermann Abendroth.

 

Rudolf Volkmann nahm sich am 2. Oktober 1947 das Leben und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt.

 

© S. Krahnert


Christiane Charlotte Kosegarten (1795-1822); andere bekannte Namensvarianten: Charlotte Christina Kosegarten und Charlotte Christine Kosegarten

    Erste Ehefrau des Orientalisten Johann Gottfried Ludwig Kosegarten

 

Christiane Charlotte Kosegarten wurde 1795 als Charlotte Passenhagen geboren. Im Jahr 1818 heiratete sie Johann Gottfried Ludwig Kosegarten, der 1817 auf die Professur für orientalische Sprachen an der Universität Jena berufen worden war. Am 31. Dezember 1819 wurde das erste Kind des Paares, ein Sohn geboren, der auf den Namen Gottfried Carl Gotthard getauft wurde.

Christina Charlotte Kosegarten verstarb am 20. August 1822 im Alter von nur 27 Jahren. Nur wenige Monate zuvor war auch ihr Sohn Johann Ernst Gustav Kosegarten am 18. März 1822 im Alter von sieben Monaten verstorben.

© R. Seifert